16 Juli 2011

Molly


Molly kam am 08.07 als Pflegetier zu uns. Die Besitzerin musste ins Krankenhaus und bat mich, ihre Tiere zu versorgen. Allerdings wären ihr Weibchen und der Bock noch nicht vergesellschaftet, sie lässt ihn nicht dran. Da ich ja weiß, dass viele Halter zu früh aufgeben, bot ich an, die Vergesellschaftung hier zu machen. Aber dann kam alles anders...

Wenn hier Pflegetiere einziehen, untersuche ich sie selbstverständlich gründlich. Bei Molly stellte ich leider sofort eine walnussgroße Zyste fest, außerdem war sie sehr mager und machte keinen fitten Eindruck. Die Besitzerin bestätigte mir, dass Molly vor ein paar Wochen beim Tierarzt war, ihr Fell war fast ganz ausgefallen. Der TA hatte die Zyste auch bemerkt, aber er gab erstmal eine Hormonspritze und da das Fell wieder kam (außer am Bauch), war dann eben für die Besitzerin alles wieder ok. Wie wenig ok war, sah man an Mollys Zustand: sie war mager und mit der Zeit wurde auch sehr deutlich, dass sie Schmerzen hatte. Ich erklärte der Halterin, dass sie so gar nicht vergesellschaftungsfähig wäre und selbst wenn sie wieder gesund wird, so ein Jungbock mit ihr in einem Meterkäfig, das wäre nicht optimal. Wir einigten uns schnell darauf, dass ich Georgie vermitteln sollte. Aber Molly möchte sie wieder haben, sie kuschelt so gern mit ihr. Für die dringend nötige OP hat sie kein Geld und ich sollte bitte nicht zum Tierarzt mit ihr gehen, das würde sie in drei oder vier Wochen selbst machen....

Ich brachte Molly zu unserem Tierarzt. Er hat sie am Mittwoch operiert. In ihr drin fand er die walnussgroße Zyste, eine weitere Zyste auf der anderen Seite – und etwas, das beinahe dazu führte, dass er sie aufgegeben hätte, aber er wollte ihr eine Chance verschaffen. Ihre Gebärmutter war nur noch ein einziger, großer Tumor der in die Vagina wuchs. Er hat es raus operiert und mir alles gezeigt, wir haben es sogar fotografiert um der Halterin zu beweisen, dass die OP nötig war. Da Molly null Unterhautfett mehr hatte, konnte nichtmal richtig vernäht werden, aber die verklebte Narbe hält recht gut.

Molly erholt sich langsam, sie frisst noch etwas schlecht und wird gepäppelt, aber noch habe ich gute Hoffnungen, diese süße, fünf Jahre alte, Meeriemaus durch zu kriegen. Wie lange sie noch leben wird, hängt davon ab, ob der Tumor ganz raus ist und davon, ob also kein neuer Krebs mehr nach kommt. Sie ist so tapfer und so süß – der liebe Georgie sitzt viel bei ihr am Gitter und sie unterhalten sich. Ich würde Molly sooooo gern behalten und sie nach der Genesung hier in meine Rentnertruppe setzen. Da hätte sie dann sechs Schweinedamen in ihrem Alter und einen netten alten Brommsler in einem 10 m² Gehege – wäre das nicht ein schöner Lebensabend für so ein Schweinekind? Aber offiziell will die Besitzerin sie ja wieder haben, ich habe solche Angst davor, dass die Frau Molly hier wieder weg holt. Ich überlege schon zu drastischen Maßnahmen zu greifen (immerhin war die OP sehr teuer, ich könnte ihr sagen, dass ich Molly nur gegen die TA Kosten wieder raus rücke)... aber ich bin eigentlich nicht der Mensch für sowas und wenn das auch nicht hilft und sie das Geld vielleicht sogar hat (was ich bezweifle) dann muss ich Molly wieder gehen lassen.... mir wird ganz schlecht wenn ich nur daran denke, dass sie wieder zurück in ihren Käfig muss... 

Aber jetzt mal das Positive - ich präsentiere: Molly beim Päppeln. Sie sitzt dazu in einem großem Kuschelsack (das gibt ihr Sicherheit) und ich sitze (auf den Bildern glücklicherweise nicht zu sehen, glaubt mir, das wollt ihr auch nicht sehen) auf dem Boden davor und rede lieb auf sie ein. 

Was willst du da mit der großen Spritze?
Achso, fressen, na wenns sein muss
Aber nun reichts auch ... 

Ihr linkes Auge ist übrigens grau und vermutlich blind... und sie ist erbärmlich mager - aber ist sie nicht trotzdem eine total süße Maus?

Kommentare:

  1. So ein hübsches Mädchen...
    Ich drück die Daumen, dass sie sich wieder erholt! Und dass sie in deine Rentnergruppe ziehen kann. Armes Ding, wenn die wieder alleine in ihren Käfig muss... :(

    Bei meiner Vegas sah es im "Innenraum" leider ähnlich aus...sie hatte auch sehr große Zysten, die wir erst durch Hormone behandelt und dann operiert haben. Das hat sie leider nicht überlebt :( Aber bei Molly siehts ja gut aus! Du kriegst sie schon wieder fit!

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  2. Bei Molly sieht es seit gestern sogar super aus, endlich die ersehnten großen Köttelberge, sie frisst wie eine kleine Raupe alles was man ihr vorsetzt und redet mit meinen anderen Schweinchen. Ich werde weiter berichten.

    Das mit Vegas tut mir leid, manchmal kann man nicht gewinnen. Ich hab das Gleiche ja bei Leonie auch erst erlebt und vermisse sie noch immer sehr.

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  3. Gute kleine Raupe! Weiter so! Ich freu mich :)

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  4. Ich drücke dir die Daumen, dass sie wieder ganz gesund wir und du sie behalten kannst!

    LG Kathrin

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