23 März 2012

Frühjahrsputz


Eine kleine Geschichte ohne Pointe und ohne Happy End
Neulich lese ich in einer Hochglanzzeitschrift, die allein schon durch die Tatsache, dass sie von einer Drogeriekette kostenlos abgegeben wird auf mich den Eindruck macht, hochwertig recherchierten Journalismus zu bieten, einen kleinen Artikel. Schon die Überschrift dieser, auch sprachlich ausgereiften, Kurzmeldung machte eine klare Aussage, die mich zum weiter lesen animierte: „Frühjahrsputz macht glücklich“ stand da in großen Lettern.

Ja, dachte ich bei mir, ein kleines bisschen glücklicher geht noch. Natürlich nur ein ganz kleines bisschen, denn eigentlich bin ich, ob der Tatsache dass ich mit dem wundervollsten Mann des Universums verheiratet bin (ja Mädels, Pech gehabt, ich hab den einzigen der Art) natürlich seit über 15 Jahren dauerglücklich. Aber so ein paar kleine Endorphine hätten noch gepasst. Zugegebenermaßen hat mich das graue Wetter der letzten Wochen doch genervt und die Tatsache, dass ich mich zu keinem neuen Projekt aufraffen kann empfinde ich auch ein wenig als störend. Der Artikel versprach mir, dass mich die Sonnenstrahlen, die durch saubere Fenster scheinen fröhlich stimmen würden und ich besser atmen könnte, wenn der Staub aus der Butze rausgefegt wird und man so richtig glücklich wird, wenn man beim Putzen ins Schwitzen kommt. Ja, das klingt logisch, man wird ja angeblich auch glücklich, wenn man beim Sport schwitzt (aber so irre, dass ich das ausprobiere bin ich dann doch nicht, man muss auch nicht alles gleich machen, was einem so gesagt wird).

Ich habe nun also alle Fenster geputzt, Staub entfernt (bin damit aber noch lange nicht fertig, das Zeug wächst nach während ich putze – ehrlich) und bin wirklich so richtig ins Schwitzen gekommen. Aber was soll ich sagen? Ich bin von der ganzen Anstrengung nun total außer Atem, alles tut mir weh, mein Schädel brummt und es ist ja schon viel zu dunkel, als das Sonne durchs Fenster scheinen könnte. Also das sage ich euch, ich schmolle jetzt aber gewaltig mit dieser Drogeriezeitung, die haben ja gelogen!

Kommentare:

  1. PS: ihr dürft die Kommas dort hin schieben, wo ihr sie braucht und die überschüssigen dürft ihr alle behalten *großzügigschau*

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  2. Ätsch!! Reingefallen!! Du sollst nicht immer alles glauben was Du liest oder hörst
    :-)
    Alle erzählen mir: Tiere sind toll, Tiere machen glücklich!
    Da merke ich nichts von, wenn ich in Meerie-Köttel wühle, Berge von schmutzigen Handtüchern und Laken waschen muss und nicht weiß, wohin mit dem ganzen Müll. Während ich versuche das Chaos zu beseitigen brüllen mich die Schweinchen an, weil sie eine Entschädigung in Form von Essen haben möchten, denn schließlich habe ich ihr Wohnzimmer durcheinander gebracht. Und der Hund verteilt in der Zeit eine Etage höher seine Haare und nervt, weil er endlich raus will, um anschließend seine Matschpfotenabdrücke im Haus zu verteilen.
    Versuche so mal einem normalen Menschen zu erklären, dass Tiere toll sind und glücklich machen :-))

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  3. Wir haben gestern gefrühjahrsputzt, Sebastian und ich. Mit Fensterputzen, Staub wischen und allem drum und dran. Eigentlich, weil ich mal nen freien Tag hatte und mir die Spinnenweben am Bücherregal auf den Keks gegangen sind, aber als Sebastian von der Berufsschule nach Hause kam, verkündete er mir noch einen Putzgrund: "Du, Süße, übrigens: Meine Mutter kommt morgen Nachmittag vorbei."

    Argh!

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    1. Oh, das kenne ich nur zu gut. Immer diese Putzorgien, wenn sich die Schwiegermutter ansagt. Deshalb werde ich meinen Frühjahrsputz am Mittwoch starten. Zum Glück habe ich das Fenster putzen schon erledigt.
      ABer diese vielen widerlichen verstaubten Ecken müssen noch geputzt werden. Manchmal bedauere ich, dass wir so viele Bücher und Bücherregale haben.

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  4. Meine Bücherregale schauen mich auch ganz beleidigt an, bald wird man die Buchrücken nicht mehr erkennen können, weil sie zustauben. Als bekennende Büchersüchtige habe ich allerdings so vollgestopfte Bücherregale mit zwei und drei Reihen voreinander, das das Putzen wirklich ein heftiger Aufwand ist, dem ich nur zu gern aus dem Weg gehe. Aber irgendwann wird es sein müssen, es reicht wohl nicht, immer nur davor her zu wischen *schäm*. Ein Glück, dass meine Schwiegermutter mich genausowenig ausstehen kann wie ich sie und sie deshalb nie her kommt *pühhhh*

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