17 Mai 2013

Schnegge nochmal

Den ganzen Nachmittag lag Schnegge unter der Etage, bewacht von Izzy, der mich böse anbrommselte und anklapperte als ich versuchte nach ihr zu schauen. Mir kamen langsam doch Zweifel ob es die richtige Entscheidung war, sie ins Gehege zu setzen  (denn aus der Sicht eines Verhaltensforschers sieht die Sache nicht ganz so nett aus, Schnegge muss sich normal benehmen, damit sie im Rudel bleibt, es stachelt also zwar ihren Überlebenswillen an wenn so ein krankes Tier ins Gehege gesetzt wird und das ist manchmal der nötige Schub, aber eigentlich ist es eben auch wieder survival of the fittest).


Nun kam also die Abendfütterung, der entscheidende Moment nahte: Wird sie kommen und mit den anderen fressen, oder muss ich sie fangen und päppeln? Ich hatte wirklich richtig Angst vor dem Moment und mir war schlecht. Nicht, dass ich zu faul zum Schweine päppeln wäre, aber für das Schnegg ist das doch mit viel Stress verbunden und es hätte auch gezeigt, dass es ihr eben nicht gut geht. Ich pflückte also mein Körbchen voll und suchte die Wiese nach allem ab, was gut und lecker ist und schlicht die Treppe hoch. Um mich noch einen Augenblick vor dem Moment der Wahrheit zu schützen, holte ich noch das Gemüse für die Zweitabendfütterung  aus dem Kühlschrank und wusch es ab und dann schlich ich ins Wohnzimmer. Da rutschte erst einmal mein Herz an Stellen, wo es nicht hingehörte und ich hatte einen fetten Klos im Hals (der immer noch da ist). Alle standen da rum und brüllten nach Futter (wobei sie die Reste des Mittagsessens platt trampelten) - nur Schnegge war nicht zu sehen.

Ich hätte heulen können, ehrlich. Also verteilte ich das Grünzeug im Gehege und dann passierte das kleine Wunder: Eine Schnegge kam aus dem Haus geschossen, verklapperte und verzetterte jeden der in der Nähe "ihres" Grasberges stand und fing an diesen Grünfutterberg genüsslich weg zu mümmeln. Ja, mir kamen die Tränen und ich habe geheult vor Glück, ich schäme mich nicht das zuzugeben. Ich hatte wirklich Geigen im Kopf (ihr wisst schon, die Happy End Melodien mit Geigen, die am Ende eines Filmes kommen, wenn er sie küsst, sie das Spiel gewonnen haben, die Bösen verlieren, die Guten gewinnen, die Zombies die Weltherrschaft haben... wenn eben alles gut ist). Da stand ich, heulte und schniefte und das Schneggielein lies sich davon überhaupt nicht beeindrucken und futterte rund um sich zu. Wobei sie die ganze Zeit zetterte und austrat, sobald ein anderes Schweinchen versuchte bei ihr zu fressen... sooooooo süß. Hab dann schnell die Kamera geholt und diesen Moment des Glücks für euch fest gehalten:


Kommentare:

  1. Oh, ich freu mich für euch, die Schnegge und dich :) Ich hab bei den letzten beiden Einträgen tüchtig mitgefiebert und die Daumen gedrückt, weil eine ganz ähnliche OP mit ähnlichen Voraussetzungen vor Jahren bei einem meiner Schweine nicht gut ging. Ich freu mich so arg für euch :)

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  2. Ich bin auch echt happy, der kleinen Maus geht es viel besser (wir mussten schnell operieren, die Zysten waren zwar relativ klein (kirschgroß) verglichen mit den eigroßen Teilen, die wir schon aus Schweinchen raus geholt haben, aber sie waren stark Hormonell aktiv, der Lütschen fielen die Haare aus und sie war dauerbrommselig). Ihr scheint es jetzt besser zu gehen als vor der OP, sie ist putzmunter, die Narbe sieht klasse aus und seit heute bekommt sie keine Medikamente mehr :)
    Ich habe das mit den Zysten OPs ja leider auch schon mehrfach anders erlebt, einige meiner Mädels haben das nicht überlebt. Da kann man dann so eine positive Entwicklung immer kaum glauben.

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