03 Juli 2012

Norddeutschland II


Der Norden von Norddeutschland ist ja bekanntlich schön - schön windig, nass, diesig, sowie voller Möwen und Kühe, wie ich euch hier schon berichtet habe: Norddeutschland. Trotzdem oder gerade deshalb sind wir am Wochenende mal noch weiter in den Norden gefahren, damit ich euch mehr über dieses schöne Land erzählen kann.

Norddeutschland hat nämlich auch noch eine Küste und die hatte ich bisher, verständlich da ich ja in der Diaspora im Süden wohne, einfach mal unterschlagen. Dieses unverzeihliche Versäumnis mache ich nun mit vielen Bildern wieder gut. Wenn ihr auf die Bilder klickt, könnt ihr sie groß sehen, das lohnt sich bei den ganz kitschigen Sonnenuntergangsbildern wirklich.


Wenn man an der Küste von Norddeutschland ankommt, sieht man erst einmal eine grüne Wand, das ist der Deich. Der soll vor Überschwemmungen schützen. Und was sieht man auf dem Deich? Schafe? Nee, nicht immer - die hier gibt es sogar da:

Dann klettert man über den Deich, indem man eine Treppe hoch und wieder runter latscht. Oder man ist faul und fährt mit dem Auto drüber in Richtung irgendeines Hafens.Dort angekommen sieht man dann nicht nur die Sonne verschwinden, sondern auch das Wasser. Das Meer ist nämlich nicht immer an der Küste, es ist auch oft einfach weg. Sogar das Meer hat also so seine Probleme mit Norddeutschland, mal zieht es das Meer hin, mal will es weg und das meist so in etwa sechs Stunden Intervallen. So schaut es aus, wenn das Meer mal gerade keine Lust auf Norddeutsche Küsten hat, dann liegen die Boote trocken und viele Urlauber hinterlassen ihre Fußspuren im Schlamm, denn dort dürfen sogar Erwachsene endlich mal mit Schmackes durch die Potten laufen und keiner sagt, dass sie zu alt für sowas sind:
Dann geht man erst einmal Fisch essen, oder so wie ich Bratkartoffeln (und an der Küste muss der Vegetarier wirklich hart darum kämpfen, dass die den ollen Speck aus den Kartoffeln raus lassen - Vegetarisch kennt der Norddeutsche nicht, man isst dort Fisch und Bratkartoffeln mit Speck oder nix).
Wenn man dann nach dem Essen wieder kommt, ist das Meer plötzlich wieder da. Man wandert also dann einen laaaaangen Steg hinaus, setzt sich hin und schaut sich das live an.

Wenn man genau hin schaut, finden sich dort im Wasser auch allerlei Bewohner. Krabbi Krabbe, war so freundlich sich für Fotos aus dem Wasser zu bewegen:


Und dann wird es unglaublich kitschig, kitschiger als jede Postkarte aus dem Andenkenladen. Die Boote schwimmen, die Bäume stehen unter Wasser und die Sonne taucht die Küste in ein geradezu magisch wirkendes Licht, manchmal mag die Sonne also Norddeutschland, wenn auch nur am Abend und nur kurz.
Schnell wird es dunkel, die Sonne mag ja nun auch nicht ewig hier rumkitschen, die hat ja noch woanders zu tun, da wo man sie wirklich zu schätzen weiß. Also steigt man ins Hotelbett, schläft müde ein, wacht Nachts vom Sturm und den klappernden Türen auf (Sturm ist immer irgendwann, kein Norddeutschland ohne Sturm), schläft weiter und frühstückt dann auf einer Terrasse im Wind, wo man versucht seine Servierten fest zu halten und ständig zwischen: Jacke an, weil Wind, und Jacke aus, weil Sonne und doch recht warm,wechselt. In Norddeutschland ist immer Wind, darum haben sie da so viele Windräder - der echte Verschwörungstheoretiker weiß allerdings, dass die Räder den Wind erst machen und nicht etwa nutzen. Die Windräder haben wir nicht fotografiert, wie die aussehen solltet ihr wissen, ihr Energiebanausen.

Und was gibt es noch? Ja, genau, Möwen... Möwen und noch mehr Möwen und die nerven nerven und nerven, weil die dämlichen Besucher sie alle Füttern und deshalb werden die Tiere richtig aufdringlich und scheißen alles voll (das Füttern der Möwen ist eigentlich auch verboten, es tut den Tieren nicht gut und sie bekommen Darmkrankheiten, was wiederum auch für andere Tiere nicht gut ist, da die Möwen die Keime mit ihrem Kot ordentlich verteilen - auch Möwen brauchen kein Brot und keine Pommes....).
Was gibts da zu sehen?

Bezahlt hat die nicht
Eigentlich können die auch schwimmen
Möwe von links

Keine Möwe, aber auch an der Küste

Ihr seht also, Norddeutschland ist auch manchmal ein bisschen schön, es ist kalt, nass, windig, voller Wolken, es gibt Möwen und Kühe und Krabben... naja, ok, also... egal, ich fahre trotzdem wieder hin, nach Cuxhaven und dann fahre ich wieder wie immer mit Der MS Otter oder der Störtebeker im Hafen und vor dem Hafen herum. Solltet ihr auch mal in Cuxhaven sein, dann macht unbedingt eine Tour mit denen mit (auf keinen Fall mit Jan Cux, die stehen zwar weiter vorne, aber dann müsst ihr unerträgliches Schlagergedudel ertragen, der Kapitän labert nur Müll und macht dumme Sprüche). Kapitän und Sohn der MS Otter und der Störtebeker wissen unglaublich viel über alle Schiffe, können interessante Dinge erzählen und sind viel netter - also merken: Auf der alten Liebe nach hinten laufen und dort einchecken, nicht vorne! Und dann werdet ihr auf den Booten ordentlich durchgewindet, dürft olle Seehunde sehen, seht tolle Schiffe und es schwankt und wellt und ist nass, das ist ganz herrlich und Salzig. Übrigens, gute Luft ist da auch noch an der Küste, die haben wir jetzt auch nicht fotografiert, verdammt, das habe ich vergessen ;)

Kommentare:

  1. Nordsee.... da will ich dieses Jahr auch noch hin...an die Nordsee fahren ist immer wie nach Hause zu kommen.

    Danke für die Bilder!

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  2. Bei Ebbe ist kein Meer mehr da, bei Flut wiederum ist mehr Meer da!

    Schöne Bilder und soo schlimm ist Norddeutschland doch gar nicht :) (Schlimm ist eher, dass hier die Sonne scheint und ich am Rechner sitzen udn arbeiten muss. *grmpf*)

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