18 September 2012

Reisebericht Teil ll


Auch wenn ihr wohl nicht wissen wollt, wie es weiter ging, ich will es aufschreiben, also lest es, oder lasst es ;)
Der vierte Tag war besonders ereignisreich und schön und ich habe viel über italienische Autofahrer gelernt. Es müssen die besten Autofahrer der Welt sein, so wie die Fahren und es überleben....

4. Tag – nachmachen. Ich will endlich mal ein richtiges Meer sehen, eins, das auch so heißt ;) Also beschließen wir, ans Mittelmeer zu fahren, es sind nur zwei Fahrstunden und wir fahren gern Auto. Nach einer halsbrecherischen Fahrt über dünne, steinige und verwinkelte Sträßchen durch die Berge um den Orta See bin ich heißer gekreischt. Es ist ein Wunder, dass die Autos auf diesen Straßen überhaupt aneinander vorbei kommen, aber dann auch noch mindestens mit Tempo 80 um jede Kurve (und davon gibt es viele, die Straßen bestehen nur aus halsbrecherischen Kurven)? Ich lerne: Italiener halten sich nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen, sie scheinen entsprechende Schilder nicht wahr zu nehmen (es sei denn, sie dürfen schneller fahren, dann treten sie sofort aufs Gas, die Bremse finden sie nur schwer). Außerdem ist es wohl ausreichend nur ein Licht am Auto zu haben, jedes fünfte Auto (wir haben mitgezählt) das uns entgegen kommt hat nur ein Licht – die können unmöglich alle gerade kaputt gegangen sein. Es wundert mich ehrlich, dass die Lampen selbst heile sind, so wie die Italiener fahren, ist es ein Wunder, dass ihre Autos nicht nur aus Beulen bestehen. Es sind wohl offensichtlich die besseren Autofahrer, Sascha kommt zwar prima damit klar, gibt aber zu, dass es auch für ihn echt anstrengend ist – ich kreische einfach weiter.

Dann die Erlösung: eine Autobahn. Die Autobahnen sind kostenpflichtig, bei der Einfahrt bekommt man ein Ticket und wir sind gespannt, wie teuer es wohl bis Genua wird. Dann die große Überraschung: Die Autobahn ist dreispurig, gut ausgebaut, holperfrei, es sind kaum Autos drauf und es ist wirklich ein Genuss dort lang zu fahren. Am Straßenrand sehe ich wieder viele schicke kleine Dörfchen, auffällig viele baufällige Häuser sind dazwischen und direkt daneben ganz neue. Es sieht oft so aus, als würden alte Häuser nicht instand gesetzt, sondern statt dessen einfach neue gebaut. Die Fahrt kostet uns knapp 12 Euro bis Genua, nicht gerade günstig, dafür kommen wir in den Genuss vieler Tunnel (Tunnelfahren ist nicht gerade meine Stärke, da kreische ich aber nicht, da wimmere ich nur still vor mich hin, damit Sascha auch mal was anderes zu hören bekommt). 

Wir wollten nicht in die Großstadt Genua, ich mag kleine Orte lieber, obwohl Genua sicher viel zu bieten hätte – ich beeindrucke meinen Ehemann mit Geschichtswissen und weise darauf hin, dass Christoph Columbus in Genua geboren ist (endlich mal etwas, das mein Mann nicht weiß, wie viele Leute glaubte er, der gute CC wäre Spanier gewesen, sonst ist mein Mann viel gebildeter als ich, aber Geschichte war nie seins, dafür aber meins ;). Wir fahren am Meer lang – ein richtiges Meer so mit Horizont. Sowas hatte ich noch nie gesehen und ja, ich bin beeindruckt. Lange sitzen wir in Arenzano am Strand und schauen den Wellen zu. Das hat sich gelohnt, leider läd das Wetter nicht zum Baden ein. Wir beschließen spontan uns den alten Hafen von Genua doch anzuschauen. Er ist neu ausgebaut, sehenswert und die Jachten dort bringen mich zum Schwärmen. Mehr als eine Stunde Hafenrundfahrt ist für uns leider nicht drin, aber Genua vom Hafen aus ist wirklich wirklich sehr sehenswert. Nach einer kurzen Futterpause fahren wir zurück und kommen sehr sehr spät und müde im Hotel wieder an.Ein rundherum gelungener Tag, sogar die Autobahn und die kostenlosen Toiletten waren sehenswert ;)

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